Lebenslauf & Anschreiben — Leitfaden
So baust du Lebenslauf und Anschreiben nach deutschem Standard auf.
Nur allgemeine Orientierung, keine Rechts- oder Karriereberatung. Die Erwartungen einzelner Arbeitgeber können abweichen.
Lebenslauf (tabellarischer CV)
Der deutsche Lebenslauf ist kompakt, umgekehrt chronologisch und eher tabellarisch als erzählend aufgebaut.
Aufbau
- Persönliche Daten: Name, Adresse, Telefon, E-Mail (Geburtsdatum optional)
- Bewerbungsfoto oben rechts — professionell, aber rechtlich nicht verpflichtend (AGG)
- Berufserfahrung — umgekehrt chronologisch, neueste Station zuerst
- Ausbildung / Studium — ebenfalls umgekehrt chronologisch
- Kenntnisse: Sprachen mit GER-Niveau (A1–C2), IT, Fachkenntnisse
- Ehrenamt / Interessen (optional, wenn relevant)
- Ort, Datum und Unterschrift am Ende (bei E-Mail-Bewerbung oft optional)
Tipps
- Länge: 1 Seite bei wenig Berufserfahrung, maximal 2 Seiten
- Deutsches Datumsformat verwenden: TT.MM.JJJJ, bei Zeiträumen MM/JJJJ – MM/JJJJ
- Lücken im Lebenslauf kurz benennen (z. B. Sprachkurs, Elternzeit, Jobsuche) statt sie zu verschweigen
- Zeugnisse und Zertifikate mit deutscher oder beglaubigter Übersetzung beilegen
- Einheitliche, klare Formatierung — ein Design für den gesamten Lebenslauf
Häufige Fehler
- Funktionale/thematische Lebensläufe ohne Zeitangaben — in Deutschland unüblich, tabellarische Form wird erwartet
- Unklares oder zu legeres Bewerbungsfoto
- Sprachniveau nicht angeben (nur „Deutsch“ statt z. B. „Deutsch – B2“)
- Lebenslauf länger als 2 Seiten
- Uneinheitliche Datumsformate oder fehlende Monatsangaben
Anschreiben / Motivationsschreiben
Das Anschreiben ist ein einseitiger, formeller Brief, der begründet, warum du zu genau dieser Stelle passt — keine Wiederholung des Lebenslaufs.
Aufbau
- Deine Adresse oben links: Name, Adresse, Telefon, E-Mail
- Adresse des Arbeitgebers: Firma, Ansprechpartner (falls bekannt), Adresse
- Ort und Datum rechtsbündig, z. B. „Rabat, den 04.07.2026“
- Betreffzeile klar benennen, z. B. „Bewerbung als …“ oder „Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als …“
- Anrede: „Sehr geehrte Frau …“ / „Sehr geehrter Herr …“, ohne bekannten Namen „Sehr geehrte Damen und Herren“
- Einleitung: kurzer, konkreter Einstieg — worauf du dich bewirbst und woher du die Stelle kennst
- Hauptteil: warum dieses Unternehmen, warum du zur Stelle passt
- Schluss: Verfügbarkeit, Interesse an einem Gespräch
- Grußformel: „Mit freundlichen Grüßen“, darunter dein Name (und Unterschrift bei Print)
Tipps
- Für jede Bewerbung individuell anpassen — nicht dieselbe Vorlage für jede Stelle nutzen
- Konkrete Beispiele aus deiner Erfahrung nennen, keine Allgemeinplätze
- Formell bleiben: durchgehend die Sie-Form verwenden
- Ansprechpartner recherchieren, wenn möglich, statt allgemeiner Anrede
- Auf maximal eine Seite begrenzen
Häufige Fehler
- Den Lebenslauf im Anschreiben nur wiederholen, statt ihn zu ergänzen
- Wörtlich übersetzte Floskeln aus anderen Sprachen
- Betreffzeile oder Anrede vergessen
- Unpersönliche Massen-Anschreiben ohne Bezug zum Unternehmen
- Rechtschreib- oder Grammatikfehler unkorrigiert lassen
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